Verkehrsmesstechnik

Bußgeldkatalog 2026: Bußgelder, Punkte und Fahrverbote im Überblick

von M.Sc. Caner Aygün, Sachverständiger für Verkehrsmesstechnik

20. Mai 2026 · Aktualisiert: Juli 2026

Bußgeldbescheid mit Bußgeldkatalog 2026 für Geschwindigkeit, Abstand und Rotlicht
Der Bußgeldkatalog 2026 legt fest, welche Bußgelder, Punkte in Flensburg und Fahrverbote für Verkehrsverstöße gelten. Grundlage ist die bundeseinheitliche Bußgeldkatalog-Verordnung (BKatV). Seit der Reform vom 9. November 2021 gelten höhere Sätze. Eine Geschwindigkeitsüberschreitung kostet innerorts 30 bis 800 Euro, außerorts 20 bis 700 Euro. Ab 21 km/h zu viel gibt es einen Punkt. Maßgeblich ist stets der Wert nach dem Toleranzabzug.

Wer geblitzt wurde, will wissen, was auf ihn zukommt. Dieser Beitrag zeigt die aktuellen Bußgelder für Geschwindigkeit, Abstand und Rotlicht in übersichtlichen Tabellen, erklärt, ab wann Punkte und ein Fahrverbot drohen, und ordnet aus Sachverständigensicht ein, wann sich eine Überprüfung der Messung lohnt.

*Zuletzt aktualisiert: Juli 2026. Autor: M.Sc. Caner Aygün, Sachverständiger für Verkehrsmesstechnik, Verkehrsmesstechnik Nord GbR. Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information und keine Rechtsberatung.*

Der Bußgeldkatalog ist ein bundeseinheitliches Regelwerk, das für Verkehrsordnungswidrigkeiten die Regelsätze für Bußgeld, Punkte und Fahrverbot festlegt. Rechtliche Grundlage ist die Bußgeldkatalog-Verordnung (BKatV), die sich auf die Straßenverkehrsordnung und das Straßenverkehrsgesetz stützt.

Die Höhe der Sanktion richtet sich nach der Schwere des Verstoßes. Bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung sind das vor allem die Höhe der Überschreitung und die Frage, ob sie innerorts oder außerorts begangen wurde. Seit dem 9. November 2021 gelten die im Zuge der StVO-Novelle deutlich erhöhten Bußgelder, die bis heute unverändert fortbestehen.

Bußgeldkatalog 2026: Geschwindigkeitsüberschreitung innerorts

Innerorts kostet eine Geschwindigkeitsüberschreitung zwischen 30 und 800 Euro. Ab 21 km/h zu viel kommt ein Punkt hinzu, ab 31 km/h ein einmonatiges Fahrverbot. Die folgende Tabelle zeigt die Regelsätze für Pkw.

ÜberschreitungBußgeldPunkteFahrverbot
bis 10 km/h30 Euro
11 bis 15 km/h50 Euro
16 bis 20 km/h70 Euro
21 bis 25 km/h115 Euro1
26 bis 30 km/h180 Euro1(1 Monat bei Wiederholung)
31 bis 40 km/h260 Euro21 Monat
41 bis 50 km/h400 Euro21 Monat
51 bis 60 km/h560 Euro22 Monate
61 bis 70 km/h700 Euro23 Monate
über 70 km/h800 Euro23 Monate

Bußgeldkatalog 2026: Geschwindigkeitsüberschreitung außerorts

Außerorts kostet eine Geschwindigkeitsüberschreitung zwischen 20 und 700 Euro. Ab 21 km/h zu viel gibt es einen Punkt, ein Fahrverbot droht außerorts erst ab 41 km/h. Die Tabelle zeigt die Regelsätze für Pkw.

ÜberschreitungBußgeldPunkteFahrverbot
bis 10 km/h20 Euro
11 bis 15 km/h40 Euro
16 bis 20 km/h60 Euro
21 bis 25 km/h100 Euro1
26 bis 30 km/h150 Euro1(1 Monat bei Wiederholung)
31 bis 40 km/h200 Euro1(1 Monat bei Wiederholung)
41 bis 50 km/h320 Euro21 Monat
51 bis 60 km/h480 Euro21 Monat
61 bis 70 km/h600 Euro22 Monate
über 70 km/h700 Euro23 Monate

Der Hinweis zur Wiederholung bezieht sich auf die sogenannte Wiederholungstäter-Regel: Wer innerhalb eines Jahres zweimal mit mindestens 26 km/h zu viel auffällt, dem droht auch unterhalb der genannten Grenzen ein Fahrverbot.

Ab wann drohen Punkte und ein Fahrverbot?

Punkte in Flensburg werden ab einer Überschreitung von 21 km/h eingetragen, innerorts wie außerorts. Ein einmonatiges Fahrverbot droht innerorts ab 31 km/h und außerorts ab 41 km/h. Bei sehr hohen Überschreitungen sind bis zu drei Monate möglich.

Die Punkte werden im Fahreignungsregister beim Kraftfahrt-Bundesamt erfasst. Ab acht Punkten wird die Fahrerlaubnis entzogen. Bei schwereren Verstößen werden statt eines Punktes zwei Punkte eingetragen. Das Fahrverbot ist die einschneidendste Sanktion, weil die Fahrerlaubnis für die Dauer des Verbots abgegeben werden muss.

Was wird beim Blitzer als Toleranz abgezogen?

Vor der Berechnung des Bußgeldes wird von der gemessenen Geschwindigkeit eine Toleranz abgezogen. Bis 100 km/h sind das 3 km/h, darüber 3 Prozent des Messwerts. Maßgeblich für die Einstufung im Bußgeldkatalog ist immer die Geschwindigkeit nach diesem Abzug.

Die Behörde berücksichtigt den Toleranzabzug bereits im Bescheid. Der ausgewiesene Wert ist also die vorwerfbare Geschwindigkeit. Wie der Toleranzabzug im Detail funktioniert und wann ein höherer Abzug gilt, lesen Sie im Beitrag zum Toleranzabzug beim Blitzer.

Bußgeldkatalog 2026: Rotlichtverstoß

Ein einfacher Rotlichtverstoß kostet 90 Euro und einen Punkt. War die Ampel bereits länger als eine Sekunde rot oder kam es zu einer Gefährdung, spricht man von einem qualifizierten Rotlichtverstoß mit 200 Euro, zwei Punkten und einem Monat Fahrverbot.

RotlichtverstoßBußgeldPunkteFahrverbot
einfach (unter 1 Sekunde rot)90 Euro1
einfach mit Gefährdung200 Euro21 Monat
einfach mit Sachbeschädigung240 Euro21 Monat
qualifiziert (über 1 Sekunde rot)200 Euro21 Monat
qualifiziert mit Gefährdung320 Euro21 Monat
qualifiziert mit Sachbeschädigung360 Euro21 Monat

Mehr zur Technik und zu den Fehlerquellen bei Rotlichtmessungen lesen Sie im Beitrag zur Rotlichtmissachtung.

Bußgeldkatalog 2026: Abstandsverstoß

Abstandsverstöße werden nach der gefahrenen Geschwindigkeit und dem Anteil des Abstands am halben Tachowert bemessen. Die Bußgelder reichen von 25 bis 400 Euro. Bei hohem Tempo und geringem Abstand drohen Punkte und ein Fahrverbot.

Als Faustregel gilt der halbe Tachowert als angemessener Abstand in Metern. Je stärker dieser unterschritten wird und je höher die Geschwindigkeit ist, desto höher fallen Bußgeld und Sanktion aus. Punkte und Fahrverbote kommen vor allem ab etwa 80 oder 100 km/h und bei deutlicher Unterschreitung in Betracht. Wie der Abstand technisch gemessen wird und welche Rolle der Mindestabstand zum Verkehrsschild spielt, lesen Sie im Beitrag zu den Mindestabständen bei Geschwindigkeitsmessungen.

Gilt der Bußgeldkatalog 2026 bundesweit einheitlich?

Ja. Die Bußgeldkatalog-Verordnung gilt bundeseinheitlich, die Bußgelder, Punkte und Fahrverbote sind in allen Bundesländern gleich. Ein Verstoß in Nordrhein-Westfalen wird also genauso geahndet wie in Bayern.

Regionale Unterschiede gibt es nicht bei der Höhe des Bußgeldes, sondern nur bei verwaltungsinternen Vorgaben für die Messung selbst, etwa beim Mindestabstand zwischen Blitzer und Verkehrsschild. Diese Vorgaben regeln die Länder unterschiedlich, sie ändern aber nicht den Regelsatz aus dem Bußgeldkatalog.

Können Sie gegen ein Bußgeld aus dem Bußgeldkatalog vorgehen?

Der Bußgeldkatalog gilt nur, wenn die zugrunde liegende Messung korrekt war. War die Messung technisch oder formal fehlerhaft, kann der Bescheid angreifbar sein. Für den Einspruch haben Sie 14 Tage ab Zustellung.

Genau hier liegt der Unterschied zu einer reinen Tabelle. Die im Bußgeldkatalog genannten Beträge sind nur dann rechtens, wenn die Geschwindigkeit korrekt gemessen wurde. In rund zwei von drei geprüften Fällen finden wir technische oder formelle Mängel. Ein Blitzer-Gutachten prüft, ob Eichung, Aufstellung, Messprotokoll und Messreihe den Vorgaben entsprachen. Eine erste Einschätzung der Erfolgsaussichten ist kostenlos, und in der Regel übernimmt die Verkehrsrechtsschutzversicherung die Kosten. Wie ein Einspruch abläuft, lesen Sie im Beitrag zum Einspruch gegen den Bußgeldbescheid; zur Rolle des Anwalts im Beitrag zum Einspruch gegen den Blitzer.

Fazit

Der Bußgeldkatalog 2026 sieht bei Tempoverstößen innerorts bis zu 800 Euro und außerorts bis zu 700 Euro vor, dazu Punkte ab 21 km/h und Fahrverbote ab 31 km/h innerorts oder 41 km/h außerorts. Maßgeblich ist der Wert nach Toleranzabzug.

Wer ein Fahrverbot, Punkte oder ein spürbares Bußgeld vor sich hat, sollte prüfen lassen, ob die Messung überhaupt korrekt war. Die Tabellen zeigen, was droht, aber nicht, ob der Vorwurf technisch belastbar ist. Genau das klärt eine unabhängige Prüfung.

Häufige Fragen zum Bußgeldkatalog 2026

Was kostet eine Geschwindigkeitsüberschreitung 2026?
Innerorts zwischen 30 und 800 Euro, außerorts zwischen 20 und 700 Euro, je nach Höhe der Überschreitung. Ab 21 km/h kommt ein Punkt hinzu, ab 31 km/h innerorts oder 41 km/h außerorts ein Fahrverbot.
Ab wie viel km/h gibt es einen Punkt in Flensburg?
Ab 21 km/h zu schnell wird ein Punkt eingetragen, innerorts wie außerorts. Bei höheren Überschreitungen, etwa ab 31 km/h innerorts oder 41 km/h außerorts, werden zwei Punkte fällig.
Ab wann droht ein Fahrverbot?
Innerorts ab einer Überschreitung von 31 km/h, außerorts ab 41 km/h droht ein einmonatiges Fahrverbot. Bei sehr hohen Überschreitungen sind bis zu drei Monate möglich. Auch Wiederholungstäter können früher betroffen sein.
Gilt der Bußgeldkatalog 2026 bundesweit einheitlich?
Ja. Die Bußgeldkatalog-Verordnung gilt bundeseinheitlich, die Bußgelder sind in allen Bundesländern gleich. Regionale Unterschiede bestehen nur bei verwaltungsinternen Vorgaben wie dem Mindestabstand zum Verkehrsschild.
Was kostet ein Rotlichtverstoß 2026?
Ein einfacher Rotlichtverstoß kostet 90 Euro und einen Punkt. War die Ampel länger als eine Sekunde rot oder kam es zu einer Gefährdung, sind es 200 Euro, zwei Punkte und ein Monat Fahrverbot.
Wird beim Blitzer eine Toleranz abgezogen?
Ja. Bis 100 km/h werden 3 km/h abgezogen, darüber 3 Prozent. Maßgeblich für das Bußgeld ist der Wert nach Toleranzabzug, den die Behörde bereits im Bescheid berücksichtigt.
Was gilt bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung in der Probezeit?
Wer in der Probezeit 21 km/h oder mehr zu schnell fährt, muss zusätzlich zu den Sanktionen mit einer Verlängerung der Probezeit auf vier Jahre und einem kostenpflichtigen Aufbauseminar rechnen.
Lohnt sich ein Einspruch gegen das Bußgeld?
Ein Einspruch kann sich lohnen, wenn die Messung fehlerhaft war. In rund zwei von drei geprüften Fällen finden wir technische oder formelle Fehler. Die Einspruchsfrist beträgt 14 Tage ab Zustellung des Bescheids.
Wie finde ich heraus, ob meine Messung korrekt war?
Ein Sachverständigengutachten prüft die Messung technisch, also Eichung, Aufstellung, Messprotokoll und Messreihe. Eine erste Einschätzung der Erfolgsaussichten ist kostenlos, und in der Regel übernimmt die Rechtsschutzversicherung die Kosten.

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